Die erweiterte Grundtypenhypothese

Im Kontrast zur Evolutionstheorie, welche lehrt, dass alle Lebensformen letztlich auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückführbar sind, besagt das gängige Modell der Grundtypenhypothese, dass alle Lebewesen separat voneinander nach ihrer jeweiligen Art

als genetisch zur begrenzten Anpassung prä-codierte und parametrisierte Prototypen - den "Grundtypen" - erschaffen wurden.

Man kann sie sich als wilde, generische Vorfahren der z.T. heute noch lebenden Tiere und Pflanzen vorstellen - ganz wie der Wolf es für alle Hunde ist.

Die Anhänger der Evolutionstheorie verlangen oft nach einer kreationistischen Erklärung dafür, wie man herausfinden kann, welchem Grundtyp ein Tier jeweils angehört. Das ist in der Tat nicht ganz einfach zu sagen, aber aufgrund meiner Erweiterung der bereits bekannten Grundtypenhypothese kann ich eine Erklärung für diesen Umstand abgeben, da es in allen Lebewesen etwas gibt, das man "Variationsbreite" oder "Variationspotenzial" nennt.

Ich konnte mittels einer Computersimulation genetischer Algorithmen experimentell nachweisen, dass separat erschaffene, begrenzt anpassungsfähige Arten von Lebewesen, die in derselben Umwelt isoliert worden sind, im Verlaufe ihrer Speziation gemeinsame Merkmale ausprägen können, sodass man nicht mehr mit Sicherheit sagen kann, welcher spezialisierte Phänotyp zu welcher jeweiligen generischen Art gehört und auf welchen Grundtyp er zurückgeht.

Das heißt im Klartext, dass zwei genetisch unterschiedliche Lebensformen, die denselben umweltbedingten Selektionskriterien unterliegen, sich so sehr auf gleiche Weise an ihre Lebensumstände anpassen, dass sie beginnen, sich immer ähnlicher zu sehen - ja, so gar nahezu gleich auszusehen - was nichts geringeres bedeutet, als dass sich ihre jeweiligen Variationspotenziale überlappen können.

Dies erlaubt es mir, vorherzusagen, dass im Laufe der generationsübergreifenden Anpassung an gemeinsame Lebensräume in Zukunft mehr und mehr Tiere und Pflanzen gefunden werden, die sich gemeinsame Merkmale mit mindestens zwei verschiedenen anderen Arten teilen.

Ich spreche hier von sog. Kryptospezies, deren Phänotypen sich zum Verwechseln ähnlich sehen, obwohl sie genetisch viel zu unterschiedlich sind, als dass sie unmittelbar verwandt sein könnten.

So ergeben sich Tiere und Pflanzen, die so anmuten, als ob sie auf zwei unterschiedliche Stammbäume zurückgehen - was natürlich nicht möglich sein kann - weil sie sich Aussehensmerkmale mit mindestens zwei anderen Arten teilen und daher irgendwie "dazwischen" liegen, aber zu keiner so richtig dazugehören. Sie sind also nicht eindeutig zu klassifizieren.

 

Ein heute lebendes Beispiel solcher schwierig zu klassifizierenden Tiere ist der "Gitarrenfisch", der sich zwar gemeinsame Merkmale mit Haien und Rochen teilt, aber weder ganz das eine, noch das andere zu sein scheint.

Fossile Beispiele könnten u.A. der "Dormaalocyon Latouri" - der scheinbar gemeinsame Vorfahre von Katzen und Hunden - oder die scheinbaren Übergangsfossilien zwischen "Ambulocetus" - dem landlebigen Vorfahren der Wale - und heutigen Walen sein. Diese Tiere könnten demnach durchaus fossile Kryptospezies sein, die die jeweiligen Artenbüsche über ihre Äste hinaus horizontal, durch eine Überlappung phänotypischer Merkmale, verbinden.

Meine neue erweiterte Grundtypenhypothese kann die scheinbare gemeinsame Abstammung dieser, als Übergangsfossilien identifizierten, Lebewesen nun erklären, ohne Evolution  heranziehen zu müssen - lediglich auf Grundlage von Rekombination elterlicher Merkmale in Verbindung mit epigenetischen Reaktionen auf die Umwelt.

Das Ganze unter der Weltbild-bedingten Grundannahme, dass die Gesteinsschichten, in denen diese Lebewesen gefunden wurden, nicht das Ergebnis langwieriger, gradueller Prozesse, sondern einer weltweiten Flutkatastrophe sind, die die evolutionäre Zeitachse falsifiziert.

Ich werde Ihnen nachstehend mit relativ einfachen Worten erklären, wie die Überlappung genetischer Variationsbreiten den Beobachter problemlos dazu verleiten kann, diese fossilen Kryptospezies fälschlicherweise als Übergangsfossilien, gemeinsame Vorfahren und Missing Links zu interpretieren.

Bereits bekannte Hypothese

Die bekannte Grundtypenhypothese besagt, dass Gott alle Lebewesen nach ihren jeweiligen Arten erschaffen hat, wobei das Wort "Art" hier nicht mit dem verwechselt werden darf, was sich unter dem Begriff "Spezies" etabliert hat. Eine Art ist etwas, das dem Begriff der Spezies übergeordnet ist und darum verschiedene Spezies umfassen kann. Sie entspricht in den meisten Fällen etwa dem, was Biologen auf dem taxonomischen Level der "Familie" einordnen würden.

Die bekannte Grundtypenhypothese schrieb morphologische Ähnlichkeiten dem Design mit ähnlichen Mitteln auf Basis einer begrenzten, relativ schmalen Variationsbreite zu - was auch ein begründeter Gedanke ist, der sich direkt vom Wort der Bibel ableiten lässt.

Allerdings war der einzige Weg, diesen Gedanken zu verbildlichen, die jeweiligen Lebewesen mit erschaffenen Dingen wie z.B. Autos zu vergleichen, die über die Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt und verändert worden sind und darum ebenfalls eine gewisse Entwicklung aufzeigen.

Natürlich vermissen derartige Vergleiche einige Erklärungskraft, da erschaffene Dinge wie Autos sich selbstverständlich nicht genetisch an irgendwelche Umweltbedingungen anpassen können, sondern ganz offensichtlich erschaffen wurden.

Seitdem wir nun jedoch evolutionäre Prozesse auch im digitalen Bereich simulieren können, ist inzwischen die Zeit gekommen, zu beweisen, dass das unüberwachte, adaptive Designen dieser erschaffenen Dinge mittels der Rekombination elterlicher Merkmale im Einklang mit den Mendelschen Erbregeln durchaus möglich ist und derartige Vergleiche eben doch zu stützen vermag.

Grundtypenhypothese bekanntes Modell.bmp

- Artenbüsche deutlich voneinander abgrenzbar

- schmale Variationsbreiten vermutet

Die erweiterte Hypothese

Meine neue Erweiterte Grundtypenhypothese geht nun mindestens einen Schritt weiter und besagt das Folgende:

1.:

Zwei oder mehrere separate Arten von Tieren oder Pflanzen, die zur Anpassung innerhalb einer bestimmten Variationsbreite erschaffen wurden, können Nachkommen zeugen, die derartig ähnlich aussehen, dass man den Eindruck gewinnen könnte, sie hätten einen gemeinsamen Vorfahren oder wären womöglich sogar aus einander hervorgegangen, obwohl sie ganz verschiedenen Erblinien entsprangen.

2.:

Die Artenbüsche verästeln sich derartig breit in die Horizontale, dass sie sich gegenseitig überlappen können, wenn ihre jeweiligen Variationsbreiten die Ausprägung von nahezu gleichen Phänotypen, die sich aus verschiedenen genotypischen Ursprüngen heraus diversifiziert haben, erlauben.

3.:

Vermutete "Übergangsfossilien", "Gemeinsame Vorfahren" und "Missing Links", die in den Fossilbestand hinein gesehen wurden, könnten darum aus der Fehlinterpretation von fossilen Kryptospezies bzw. Zwillingsarten herrühren, die in den Überlappzonen von mindestens zwei Artenbüschen durch Anpassung an dieselben Umweltbedingungen enstehen.

4.:

Die Daten, die verwendet werden, um Kladogramme und phylogenetische Stammbäume aufzurichten, können ebenso verwendet werden, um individuelle Lebewesen in Form von Koordinaten in benachbarten und sich überlappenden Variationspotenzialen zu kartieren.

Die Evolution der Wale wird z.B. an Fossilien festgemacht, welche Ähnlichkeiten zueinander aufzeigen. Ähnlichkeit zwischen speziell angepassten Individuen verschiedener Arten ist nun aber ein vorhersagbares Phänomen der erweiterten Grundtypenhypothese geworden und kann somit Evolution nicht in höherem Maße belegen, als Schöpfung.

Während ein Evolutionist die Fossilien, die die Evolution von Walen belegen sollen, nun ausgehend vom vierbeinigen Landsäuger hin zum schwimmenden modernen Wal nach Auftreten in den entsprechenden Gesteinsschichten anordnen würde,

könnte ein Kreationist nun begründet sagen, dass diese Fossilien in Wirklichkeit speziell angepasste Mitglieder separat voneinander erschaffener Arten sind, die in derselben Umgebung gelebt haben und daher auch gemeinsame erbliche Merkmale aufweisen.

Dieselben fossilen Belege - völlig andere Interpretation.

Grundtypenhypothese erweitertes Modell.b

- Artenbüsche überlappen einander horizontal

- gemeinsame Merkmale verschiedener Arten sind vorhersagbar

- Klassifizierungen vieler Lebewesen gestalten sich schwierig

Ursprung der Idee

Da ich selbst ausgebildeter Sounddesigner bin, gestatten Sie mir einen Vergleich mit einem technischen Mittel meines Metiers:

Man kann einen genetischen Algorithmus nutzen, um Klänge aus Synthesizern heraus zu züchten.

Wenn man das Selektionskriterium nun so einstellt, dass nur noch maximal brilliante und harmonische Klänge zur Zucht erwählt werden, wird ein subtraktiver Synthesizer im Verlaufe der Zucht in kurzer Zeit eine Sägezahnwelle auswählen und über Generationen von Klängen sämtliche Filter öffnen, die das Obertonspektrum beschneiden, während ein additiver Synthesizer genug Sinustöne entsprechender Frequenz und Lautstärke übereinander summieren wird, um auf seine eigene Weise ebenfalls eine Sägezahnwelle zu erzeugen.

Die Synthesizer selbst repräsentieren hierbei die Genotypen und die von ihnen erzeugten Klänge stellen die Phänotypen dar.

Beide Synthesizer sind völlig technisch unterschiedlich geschaffen worden, aber können denselben Klang erzeugen: Eine Sägezahnwelle.

Wenn man aber lediglich diese Sägezahnwelle hörte, aber die Synthesizer, die sie erzeugt haben könnten, nicht kennen würde, könnte man sie weder dem einen, noch dem anderen Synthesizer zuordnen. Es entsteht also ein Klassifizierungsproblem, weil die klanglichen Variationspotenziale der beiden Synthesizer sich überlappen.

Was wäre nun, wenn die Sägezahnwelle des einen Synthesizers im Jahre 1983 aufgezeichnet wurde und die des anderen im Jahre 2014 und niemand wüsste, um welche Synthesizer es sich handelte?

Hieße das, dass der als "Sägezahnwelle" beschreibbare Klang, den man hört, ein "Übergangsfossil" zwischen den jeweils anderen erzeugbaren Klängen des alten und des neuen Synthesizers wäre?

Ganz klar nicht, denn nicht die Entstehungszeit des Klanges ändert seine Charakteristik, sondern die technische Umsetzung des Klangerzeugers - und die wurde schließlich nicht verändert.

Das, was wir lediglich verglichen haben, waren die Phänotypen, also die Klänge, denn die Synthesizer (Genotypen) kannten wir ja nicht.

Wenn wir in den Fossilbefund schauen, sehen wir aber auch ausschließlich die Überreste von Phänotypen, da Steine keinen genetischen Code vorweisen können - logisch.

Woher wollen wir also wissen, dass ihr Genotyp sich über die Jahre hinweg verändert hat?

Das ist lediglich eine mehr oder minder begründete, unüberprüfbare Annahme.

Würden wir diese Annahme nun testweise einfach aus der Gleichung ausklammern und durch die Annahme ersetzen, dass alle Lebewesen schon von Beginn an zur begrenzten Anpassung fähig erschaffen wurden,

würde dies die beobachtbare Sachlage gar nicht verändern, aber trotzdem unsere Interpretation derselben fundamental beeinflussen.

Dann würden aus Übergangsfossilien plötzlich Kryptospezies - nur, weil die Prämissen sich geändert haben.

Schlussfolgerung

Es gibt also zwei Erklärungen für die Existenz der zu beobachtende Sachlage, die sie beide  gleichermaßen hinreichend erklären. Was macht nun eine der beiden erklärungsmächtiger?

Die Anzahl der Menschen, die sie vertreten - als wäre die Mehrheit das Mittel, durch welches sich Wahrheit etabliert? 

Oder der akademische Grad derer, die sie vertreten - als könnten intelligente Menschen sich nicht irren?

Es wäre ein Zeugnis gegen den gesunden Menschenverstand, diese Fragen mit "Ja." zu beantworten.

Und doch hört man immer wieder solche Slogans wie

"99% aller Wissenschaftler halten die Evolutionstheorie für bewiesen!"

oder

"Der anerkannte Mikrobiologe [...] ist der Meinung, die Biologie ergäbe ausschließlich im Lichte der Evolutionstheorie Sinn."

Derartige Aussagen haben nur aber leider kein argumentatives Gewicht. Sie sind de facto nur leere Worthülsen. Mantras einer neuartigen quasi-Religiosität der Hörigkeit gegenüber etablierten Lehrmeinungen.

Es sind letztlich unsere Weltbild-bedingten Grundannahmen - also unsere Brillen, durch die wir die Welt betrachten, die die beobachtbare Sachlage colorieren und die Schlussfolgerungen, die wir ziehen, bedingen.

Es ist faktisch nicht die Sachlage selbst, die entweder für Evolution oder Schöpfung spricht, sondern unsere bereits vorgefertigte Weltsicht, die unsere Sicht der Dinge prädestiniert.

Aus diesem Grunde ist die ganze Debatte um Evolution oder Schöpfung viel weniger wissenschaftlicher, sondern bei Weitem eher philosophischer Natur.

Es ging in dieser Sache nie um "Wissenschaft gegen Glaube".

Es geht - und ging immer schon ausschließlich um Weltbild gegen Weltbild, also letztlich um Glaube gegen Glaube.

Als Pädagoge halte ich es für wichtig, dass Sie dies beherzigen, bevor Sie voreilig die Möglichkeit der Existenz eines übernatürlichen Schöpfers in der Erziehung Ihrer Kinder schon aus Prinzip ausklammern, denn letztlich gibt es keine wissenschaftliche Veranlassung dafür, dies tun zu müssen.