Das Kernproblem der Evolutionstheorie

Es ist anerkannte Tatsache, dass Lebewesen sich auf Basis der Rekombination von elterlichen Merkmalen gemäß der Erbregeln nach Gregor Mendel in Verbindung mit epigenetischen Reaktionen auf die Umwelt variieren.

Dadurch entsteht ein sehr großes, aber endliches Variationspotenzial.

Das Kernproblem der Evolutionstheorie ist, dass die Grenzen dieses Variationspotenzials bisher für keine einzige Lebensform klar ermittelt werden konnten.

Evolution wäre aber nur ausschließlich dann empirisch belegt, wenn man einen Phänotyp einer Lebensform ermitteln könnte, der sich außerhalb der Grenzen des Variationspotenzials ihrer jeweiligen taxonomischen Familie verorten ließe. Wo genau ist aber "außerhalb" von unbekannten oder fließenden Grenzen?

Ab welcher phänotypischen Distanz zur taxonomischen Kernfamilie kann man von einem Artenwandel sprechen, wenn man nicht weiß, wie weit die Reichweite der Variation um die Kernfamilie herum ist? Die Evolutionstheorie geht von einem Artenwandel - der sog. "Kontinuität der Spezies" - vom einzelligen Organismus bis hin zum Menschen aus. Sie steht und fällt mit der Richtigkeit dieser Annahme.

Im Folgenden werde ich beweisen, dass die Annahme eines Artenwandels von Einzeller zu komplexeren Tieren und Pflanzen nicht wissenschaftlich gesichert werden kann.

Zusammenfassung:

Es ist seit der Zeit Gregor Mendels etabliertes Faktum, dass sich die genetischen Merkmale von sich beidgeschlechtlich fortpflanzenden Lebewesen im Verlaufe der Reproduktion rekombinieren.

Der britische Genetiker Reginald Punnett entwickelte zur Darstellung der vielfältigen genetischen Rekombinantionsmöglichkeiten ein Rekombinationsquadrat, mit dessen Hilfe die dominant-rezessive und intermediäre Vererbung ausgewählter Merkmale vorhergesagt werden kann.

Je nach Anzahl der darin betrachteten Merkmale quadriert sich im Ergebnis die Anzahl der phänotypischen Ergebnisse der Rekombination. Das heißt: Die Anzahl der zu kombinierenden genetischen Merkmale gibt die Seitenlänge des Rekombinationsquadrates vor. Die durch das Quadrat aufgespannte Fläche beinhaltet dann die Gesamtzahl resultierender Phänotypen. Da die Rekombination sich nur bereits bestehende Erbinformationen zunutze machen kann, muss die Anzahl von Rekombinationsergebnissen grundsätzlich begrenzt sein. Es ergibt sich daher innerhalb des Rekombinationsquadrates ein begrenztes Variationspotenzial, bestehend aus Phänotypen rekombinierter elterlicher Merkmale.

Zur Veranschaulichung finden Sie hier einen Rekombinationsrechner, der bis zu 5 erbliche Merkmale rekombinieren kann. Allein schon die Anzahl, der aus nur 5 rekombinierten Merkmalen resultierenden Phänotypen, wird Sie ganz sicher bereits beeindrucken,

aber würde man nun anstatt lediglich ein paar ausgewählter Merkmale einfach alle erblichen Merkmale gleichzeitig in einem solchen Punnett-Quadrat rekombinieren, wäre die Gesamtzahl aller möglichen resultierenden Phänotypen gerademal das minimale Variationspotenzial der jeweiligen Lebensform.

Minimal deshalb, weil noch die Anzahl der möglichen Phänotypen hinzu addiert werden muss, welche durch epigenetische Reaktionen auf unterschiedliche Umweltbedingungen hervorgerufen werden können.

Das heißt also, dass Rekombination plus Epigenetik die Größe des Variationspotenzials eines Lebewesens bestimmen.

Beweisführung:

Problematik:

1.:

Die Anzahl erblicher Merkmale ist immer nur eine grobe Schätzung. Im Falle des Menschen liegt sie zwischen 15.000 und 20.000 bzw. 120.000 und 200.000 Merkmalen - je nachdem, welche Quellen man heranzieht.

Hieraus ergibt sich das Problem, dass die Kantenlängen des Rekombinationsquadrates nicht konkret festgelegt werden können, was die Grenzen des Variationspotenzials unscharf werden lässt.

2.:

Es ist auf molekulargenetischer Ebene nicht klar definiert, was ein erbliches Merkmal eigentlich genau ist.

Hieraus ergibt sich das Problem, dass man gar nicht mit Sicherheit sagen kann, welches Merkmal im Rekombinationsquadrat überhaupt zu berücksichtigen ist - was sich ebenfalls negativ auf die exakte Festlegung der Grenzen des Variationspotenzials auswirkt.

3.:

Der Umfang epigenetischer Effekte auf die Veränderung der Erscheinung von Phänotypen ist nahezu vollständig unbekannt - was die ohnehin schon völlig aufgeweichte Begrenzung des Rekombinationsquadrates, bzw. die des Variationspotenzials, in unbekanntem Ausmaß erweitert.

Beispielsweise werden beim 'Alternativen Spleißen' DNA-Sequenzen auf Basis epigenetisch beeinflussbarer Spleiß-Masken in Messenger-RNA zusammengeschnitten, die dann die Stammzellen darüber informiert, welche Zellart sie an welcher Position im Körper ausprägen sollen.

Die so entstehenden RNA-Sequenzen bestehen also aus genetischem Code, der gar nicht linear in der DNA vorliegt, sondern sich erst ergibt, wenn Umwelteinflüsse sich als epigenetische Spleiß-Information niederschlagen, die aufschlüsselt, welche DNA-Versatzstücke nacheinander zu RNA-Strängen transkribiert werden sollen, die letztlich über das Aussehen des Phänotyps bestimmen.

Der genetische "Text" wird also nicht von links nach rechts gelesen, sondern eher wie ein Wörterbuch mit Hilfe eines Dechiffrierschlüssels, der die Seiten-, Zeilen- und Wortzahlen auflistet.

Das heißt, dass man rein auf Grundlage der DNA (und etwaiger Mutationen) gar nicht bestimmen kann, welche Phänotyp-Merkmale darin codiert sind.

4.:

Hinzu kommt, dass es auch erbliche Merkmale gibt, die nicht nur durch ein einziges Gen beeinflusst werden, sondern gleich durch mehrere (polygene Merkmale) oder -im umgekehrten Fall- mehrere Merkmale, die durch nur ein einziges Gen codiert werden (Pleiotropie). Diese sind in einem Rekombinationsquadrat gar nicht darstellbar, fließen aber durchaus ebenfalls in das Variationspotenzial ein, was dessen Umfang noch einmal um unbekannt viele phänotypische Erscheinungsmöglichkeiten erweitert.

Oder kurz ausgedrückt:

Man kann die Grenzen des Variationspotenzials grundsätzlich nicht genau bestimmen, sondern immer ausschließlich nur abschätzen. Schätzungen setzen aber gewisse Kenntnisse über einen etwaigen Grenzverlauf voraus. Im Falle der Grenzen des Variationspotenzials hat man allerdings nicht einmal diese. Man tappt also völlig im Dunkeln.

Bedeutung für die Evolutionstheorie:

Woher weiß man also, ob man je einen Phänotyp gefunden hat, der quasi "auf dem Weg" ist,

etwas gänzlich Neues zu werden, wenn man die unzähligen Phänotypen, die noch in seinem Variationspotenzial versteckt sind, nie alle gesehen hat, um ihn mit ihnen vergleichen zu können?

Das bereits innerhalb der vorhandenen Gene prä-codierte Variationspotenzial, auf Basis von Rekombination und Epigenetik, ist definitiv nur endlich groß, doch seine Grenzen sind unbekannt.

Die Kontinuität der Spezies - also die Grundannahme der Evolutionstheorie, dass das Leben vom Einzeller bis zum Menschen kontinuierlich an Komplexität zunahm - wäre aber nur ausschließlich dann empirisch belegt, wenn Phänotypen einer Lebensform bestimmt werden könnten,

die sich außerhalb der Grenzen des Variationspotenzials verorten ließen.

Wo aber ist "außerhalb" von unbekannten Grenzen?

Würden wir nun lediglich die im Rekombinationsquadrat rekombinierbaren Merkmale berücksichtigen und epigenetische Effekte, sowie polygene Merkmale gänzlich außer Acht lassen, kämen wir bei einem Menschen bereits auf ein geschätztes Variationspotenzial mit dem unglaublichen Minimal-Umfang von sage und schreibe 225 Millionen bis 40 Milliarden möglichen unterschiedlich aussehenden Menschen - wobei die erste Zahl ganz offenkundig nicht stimmen kann, da ja bereits mindestens 6 Milliarden Menschen auf der Erde leben, die alle unterschiedlich aussehen, soweit man das feststellen kann.

Und trotzdem kann sich der Mensch nicht zu den Lebewesen mit besonders großen phänotypischen Variationspotentialen zählen. Man braucht ihn ja nur einmal mit den Hundeartigen vergleichen, um sich dies vor Augen zu führen.

Fazit:

Da das Variationspotenzial nachweislich begrenzt und so unglaublich groß ist, aber seine Grenzen über einen großen Bereich, der mindestens die phänotypischen Resultate epigenetischer Reaktionen auf die Umwelt und polygener Merkmale einschließt, so unscharf sind,

ist es absolut unmöglich, zu wissen, ob man je einen Phänotyp einer taxonomischen Familie von Lebewesen sah, der außerhalb der Grenzen ihres Variationspotenzials lag und darum als empirischer Beleg für Evolution geltend gemacht werden könnte!

Folgerichtig ist die fundamentalste Prämisse der Evolutionstheorie - die Kontinuität der Spezies -

überhaupt nicht wissenschaftlich gesichert - woraufhin sich die gesamte Beweiskraft der evolutionistischen Interpretation der zu beobachtenden Sachlage auf eine unüberprüfbare Annahme stützt und sich somit auf nicht mehr als eine reine Glaubenssache reduziert.